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Lektorat für Romantasy & Fantasy

Was dein Manuskript besonders macht

Eine Stadt voller Magie, ein verfluchtes Schloss oder eine Hexe mit einem kleinen Café: Fantasy kann unzählige Welten erschaffen. Doch damit LeserInnen gemütlich darin versinken können, müssen nicht nur die Charaktere und der Plot funktionieren. Auch das Worldbuilding, das Magiesystem und die Atmosphäre müssen zusammenpassen.

Bei Romantasy kommt eine weitere Herausforderung hinzu:

Die Liebesgeschichte und der Fantasyplot müssen sich gegenseitig ergänzen.

Was macht ein gutes Fantasy-Lektorat aus? Und worauf kommt es bei Romantasy besonders an?

  1. Worldbuilding: Infodump vs gelebte Fantasywelt

Du kennst die Geschichte deiner Königreiche, die Regeln deines Magiesystems und jedes noch so kleine Detail deiner Welt. Deine LeserInnen müssen allerdings nicht alles davon im ersten Kapitel erfahren. Sonst schreibst du ein fiktives Geschichtsbuch statt einer spannenden Geschichte.
Zu wenig Informationen können verwirren. Zu viele Erklärungen bremsen dagegen die Handlung aus.
Entscheidend ist deshalb, welche Informationen deine Geschichte an welcher Stelle braucht. Oft lässt sich eine Welt durch Handlungen, Konflikte und Dialoge lebendiger vermitteln als durch lange Erklärungen.
Dazu kommt, dass ein weiterer Blick hilft, um zu sehen, ob das Worldbuilding schlüssig ist und der Eindruck entsteht, den du beabsichtigst.

  1. Magie und Weltenregeln: Konsistenz ist entscheidend

Fantasy darf ihre eigenen Regeln aufstellen. Wenn du sie einmal etabliert hast, sollten sie allerdings nachvollziehbar bleiben. In der Film- und Medienwissenschaft gibt es das praktische Wort „Diegese“, es bedeutet so etwas wie „erzählte Welt oder das Universum einer Handlung. In der Erzähltheorie bezeichnet es die Erzählebene. Etwas darf in unserer Realität völlig unrealistisch sein, aber in der Diegese kann/muss es stimmen.

Kostet Magie Kraft oder hat sie gefährliche Nebenwirkungen? Besitzen bestimmte Wesen besondere Fähigkeiten oder Schwächen? Dann sollten diese Regeln auch im weiteren Verlauf gelten.
Natürlich darfst du Erwartungen brechen und überraschende Wendungen einbauen. Wichtig ist nur, dass sie innerhalb deiner Geschichte nachvollziehbar sind.
Beim Lektorat geht es deshalb nicht darum, jede Weltregel zu hinterfragen, sondern darum, Widersprüche und unglaubwürdige Lösungen sichtbar zu machen.

  1. Figuren und Plot: Was treibt deine Geschichte an?

Das beeindruckendste Worldbuilding hilft wenig, wenn die Figuren keine nachvollziehbaren Ziele haben oder die Handlung nicht vorankommt.
Deshalb betrachten wir auch Fragen wie:

  • Was wollen und brauchen deine Figuren, und was steht ihnen im Weg?
  • Sind ihre Entscheidungen nachvollziehbar?
  • Entwickeln sie sich im Laufe der Geschichte?
  • Haben ihre Handlungen Konsequenzen?
  • Funktioniert der Aufbau des Plots?

Gerade in Fantasy können politische Machtverhältnisse, Magie und gesellschaftliche Strukturen interessante Konflikte schaffen. Sie sollten jedoch nicht bloß Hintergrunddekoration bleiben, sondern die Handlung tatsächlich beeinflussen.

  1. Romantasy: Wenn Fantasy und Romance zusammenkommen

Romantasy verbindet zwei Genreversprechen: eine fantastische Geschichte und eine emotionale Liebesbeziehung.
Beide Ebenen müssen nicht gleich viel Raum einnehmen. Sie sollten sich aber gegenseitig beeinflussen und Hand in Hand gehen.

Die Liebesgeschichte sollte mehr sein als ein zusätzlicher Handlungsstrang.

Dass zwei Figuren füreinander bestimmt sind, bedeutet noch nicht, dass ihre Beziehung automatisch funktioniert. LeserInnen möchten erleben, wie sich romantische Spannung aufbaut und entwickelt, wie die Charaktere zusammenkommen und was sie dafür überwinden müssen. Wir schauen auch, welche Tropes die Geschichte erfüllt, damit die Erwartung der LeserInnen passen und es später für das Marketing nutzbar wird.

  1. Genre, Atmosphäre und Sprache

Fantasy ist nicht gleich Fantasy. Eine düstere Gothic-Fantasy braucht eine andere sprachliche Atmosphäre als eine humorvolle Cozy-Fantasy. Eine epische Geschichte stellt andere Anforderungen an Tempo und Erzählweise als eine rasante Romantasy.
Wir schauen, dass wir die Balance finden und für dein Manuskript den richtigen Ton finden.
Auch die Genreerwartungen spielen eine Rolle. Du darfst Tropes neu kombinieren, Erwartungen brechen und ungewöhnliche Geschichten erzählen. Wichtig ist, dass deine Entscheidungen zur Geschichte passen und die gewünschte Wirkung entfalten, damit deine LeserInnen zufrieden aus dem Leseerlebnis herausgehen.
Beim Lektorat steht deshalb nicht die Frage im Mittelpunkt, ob deine Geschichte einem bestimmten Muster entspricht. Entscheidend ist vielmehr:

Was möchtest du erzählen, und kommt diese Absicht bei deinen LeserInnen an?

Ungewöhnliche Figuren, moralische Grauzonen und Beziehungen abseits klassischer Muster sind heute beliebter denn je. Sie sollten aber innerhalb der Geschichte nachvollziehbar und wirkungsvoll gestaltet sein.

  1. Queere Fantasy und Romance

Queere Geschichten müssen nicht automatisch vom Coming-out oder von Diskriminierung handeln. Eine queere Liebesgeschichte darf genauso düster, romantisch, fantastisch oder abenteuerlich sein wie jede andere.
Natürlich können Identität und gesellschaftliche Strukturen zentrale Bestandteile einer Geschichte sein. Sie müssen es aber nicht. Wir schauen, dass auch hier alles so rüberkommt, wie du es dir wünschst.

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